Christian Gerber – weit über Lockwitz hinaus bekannt

Christian Gerber - Kupferstich von M. Bodemehr
Christian Gerber

Von 1690 bis 1731 war Christian Gerber Pfarrer in Lockwitz. Mit ihm beschäftigte sich der zweite Vortrag auf dem Treffen des Heimatvereins Lockwitz am 28. Juli 2015, gehalten von Hans-Rainer Arnold.

Christian Gerber war nicht nur Pfarrer, sondern auch Schriftsteller, an der Natur interessiert und umfassend gebildet. Wenn er sich von seiner Arbeit als Pfarrer und Schriftsteller erholen wollte, ergötzte er sich gern in der Natur – mit heutigen Worten: Er wanderte. Und wie so viele heutige Wanderer tat er es gern in der Sächsischen Schweiz. Das Elbsandsteingebirge vor den Toren Dresdens stand damals noch am Anfang seiner Karriere als Wandergebiet. Eine der ersten Beschreibungen dieser Landschaft stammt von Christian Gerber, enthalten in seinem Werk ›Unerkannte Wohltaten Gottes im Kurfürstentum Sachsen‹ und erschien 1717. Wandernd erkundete Christian Gerber die Gegenden um Königstein, Lilienstein und Hohnstein, nur das Klettern war ihm zu schwierig.

In seiner Lockwitzer Gemeinde setzte sich Gerber für einfache christliche Bräuche ein. Das kirchliche Leben sollte aus dem Herzen kommen und nicht aus dem Geldbeutel. Einfache christliche Lebensführung lag ihm am Herzen und in diesem Sinne kann man ihn als einen Pietisten bezeichnen. Er beobachtete nicht nur das christliche Leben in seiner Pfarrgemeinde, sondern im gesamten Kurfürstentum Sachsen. Er entdeckte manches, was sich verbessern ließe. Darüber schrieb er das Werk ›Historie der Kirchen-Ceremonien in Sachsen; Nach ihrer Beschaffenheit in möglichster Kürtze mit Anführung vieler Moralien und specialen Nachrichten‹. Das Buch erschien erst nach seinem Tode im Jahr 1732. Eine erneute auszugsweise Veröffentlichung erschien im Jahr 2014, ausgewählt und kommentiert von Wolfgang Ratzmann. Christian Gerber hat uns auch heute noch etwas zu sagen.

Er setzte sich für die Konfirmation ein als einer Bekräftigung des Glaubens an der Schwelle von der Kindheit zum Jugendalter. Das wurde damals nicht überall in der heutigen Einheitlichkeit gehandhabt. Und er führte in Lockwitz die Seelsorge ein, also die persönliche Begleitung und Unterstützung der ihm anvertrauten Gemeindemitglieder, die damals auch nicht selbstverständlich war.

Von Christian Gerber existiert nur ein Bild, ein Kupferstich von M. Bodemehr, entstanden im Jahr 1731, kurz vor seinem Tode. Es zeigt allerdings nicht den vom Tode gezeichneten am Ende seines Lebens schwer kranken Christian Gerber, sondern einen wachen mit Feder und Wort für christliche Werte streitenden Mann. Was Christian Gerber zeit seines Lebens gewesen war. Wie ihn vielleicht der Künstler kannte und wie wir ihn heute in Erinnerung haben.

Vielen Dank an Herrn Hans-Rainer Arnold für diesen interessanten Vortrag.

Text: Birgit Käker

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Gerber(Theologe)

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