Vortrag über die Schokoladenfabrik der Familie Rüger im Lockwitzgrund

Schokolade! Schokolade! Schokolade!

Hätten die Lockwitzer Kinder im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhundert ausrufen können. Hatten sie doch die dunkle Süßigkeit gleich vor der Nase. Im Jahr 1858 begann Otto Rüger mit der Cacao- und Chocoladenfabrikation im Lockwitzgrund – zunächst mit drei Arbeitern.

Die Familie Rüger und ihre Schokoladenfabrik sind Thema des Heimatvereins Lockwitz in seiner Märzveranstaltung. Herr Dr. Peter Großer wird Bekanntes und Unbekanntes, Wissenswertes und Kurioses erzählen. Bilder werden zu bestaunen sein, und auf den Rest darf man gespannt sein.

Termin: 25. März 2014 18.00 Uhr Hotel »Residenz Am Schloss«

Wer Material (auch zum Kopieren) hat und es für unsere Dokumentation zur Verfügung stellen will, kann es am Veranstaltungstag mitbringen.

Heimatverein Lockwitz

Bericht über das Treffen vom 25.03.2014

Lockwitz – Schokoladendorf

Schokolade und Otto Rüger diese beiden Begriffe gehören zusammen wie Fische und Wasser.

Im Jahr 1858 übernahm Otto Rüger – noch nicht dreißigjährig – eine Schokoladenmühle im Lockwitzgrund. Er begann mit nicht einmal einer Handvoll Arbeiter, und als die »Schokoladenfabrik Otto Rüger« im Jahr 1932 geschossen wurde, besaß sie mehrere hundert Angestellte und Arbeiter.

Der Unternehmer Otto Rüger, seine Familie und sein Lebenswerk waren Thema des für interessierte Besucher offenen Treffens des Lockwitzer Heimatvereins am 25. März 2014. Das Vereinsmitglied Peter Großer beschäftigt sich seit Jahren mit Otto Rüger und hielt einen interessanten und unterhaltsamen Vortrag untermalt mit Bildern und Requisiten ehemaliger Rüger-Produkte. Es konnte auch genascht werden. Dazwischen erfuhren die Zuhörer, dass Otto Rüger alles andere als ein rücksichtsloser Kapitalist gewesen war. Er stiftete für seine Arbeitnehmer eine Kranken- und Rentenversicherer. Verheiratet war Otto Rüger mit Amalie, geb. Uhlich, und auf ihr Betreiben hin eröffnete im Jahr 1893 in Lockwitz ein Kindergarten, damals Kinderbewahranstalt genannt, zunächst in gemieteten Räumen. Nur zwei Jahre später kaufte Otto Rüger für den Kindergarten ein eigenes Haus.

Sein größter Coup war »Hansi«, ein rotwangiger Bub im Grundschulalter mit Schirmmütze und Ranzen. Geschaffen wurde er vom Künstler Paul Ziegler und er war die erfolgreichste Werbefigur der Schokoladenfabrik Otto Rüger. Hansi prangte auf Verpackungen, Blechdosen, Büchsen, Anzeigen in Zeitungen und Büchern und auf Zigarettenbildchen. »Hansi« gab es in zahlreichen Varianten. Er trug die Schokolade in die Wüste und zu den Indianern, nach Afrika und in den hohen Norden. Vielleicht war »Hansi« die erste Werbeikone Deutschlands? Noch heute ist er bei Sammlern begehrt.

Im Anschluss an den Vortrag entspann sich eine lebhafte Diskussion. Es waren Zuhörer anwesend, deren Väter oder Großväter in der Schokoladenfabrik Otto Rüger gearbeitet hatten. Fotos wurden herumgezeigt und viele Lockwitzer erinnerten sich an den Kindergarten, den es heute tatsächlich immer noch dort gibt, wo Otto Rüger einst das Haus für die Kinderbewahranstalt gekauft hatte. Am Ende waren sich alle einig: Es hatte Neues und Interessantes zu entdecken gegeben.

Text: Birgit Käker

 

Mehr Infos zum Thema:

http://www.lockwitztal.de/html/otto_ruger.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Rüger

http://www.reklameschilder.com/rueger.htm

 

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